Hölderlin. Eine Winterreise

To this day H Hölderlin’s journey to Bordeaux in the winter of 1801/1802 remains an enigma. Only one thing is certain, it became the turning point of his life and his writing as a poet. Thomas Knudden followed the route on foot. Starting in Nürtingen, over the Swabian Alb and the Black Forrest, past Strassbourg and Lyons, through the Auvergne to Bordeaux. In winter and alone.

Further information:
www.hoelderlin.eu

www.christophschaden.de


Museum Biberach, DE, 06.12.2015 - 17.04.2016

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Im Dezember 1801 machte sich Friedrich Hölderlin (1770-1843) von Nürtingen auf nach Bordeaux und legte 1.500 km zu Fuß zurück. Ihn trieb „die Herzens- und die Nahrungsnot“. Im Dezember 2007 folgte Thomas Knubben (geb. 1960) der Route und schrieb darüber ein Buch. Unterwegs fotografierte er. Der Fotograf Claudio Hils (geb. 1962) hat die Aufnahmen künstlerisch bearbeitet.

Eröffnung
Sonntag, 6. Dezember 2015, 11.15 Uhr
Begrüssung: Dr. Uwe Degreif, Biberach
Einführung: Thomas Knubben und Claudio Hils
Musik: Andieh Merk, Kißlegg

Vortrag
Donnerstag 3. März, 18 Uhr
Prof. Dr. Friedemann Schmoll, Jena:
Wandern und Naturerfahrung.
Ein historischer Spaziergang.

Vortrag
Donnerstag, 17. März, 18 Uhr
Kerstin Buchwald, Wieland-Stiftung Biberach:
Wieland und Hölderlin, zwei Konzepte
deutscher Romantik.

Finissage
Sonntag, 17. April, 17 Uhr
Lesung aus »Hölderlin. Eine Winterreise« mit
Thomas Knubben. Musik: Susanne Hinkelbein.

Museum Biberach
Museumstraße 6
88400 Biberach
07351 51331

weitere Informationen:
www.museum-biberach.de

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Unscharfe Bilder? Das geht doch nicht! Wir wollen alles genau sehen – und wissen trotzdem nicht, ob es die Wirklichkeit ist. Normalerweise ist der Mengener Fotograf Claudio Hils superpräzise mit dem Stativ unterwegs, damit nichts verwackelt, alles sauber ausgeleuchtet und farblich stimmig ist. So hat er für große Magazine (“Geo”, “Zeit-Magazin”, “Globo”) gearbeitet, und so hat er sich’s auch überlegt, als ihn der Ravensburger Autor Thomas Knubben gefragt hat, ob er sich mit ihm nicht auf die Hölderlin-Reise begeben wolle. Jene Wanderung im Winter 1801 von Nürtingen nach Bordeaux, von welcher der Dichter zutiefst verstört zurückgekommen ist. Und keiner weiß, warum?

Hils ist nicht mitgekommen, weil er nicht die übliche Reisereportage machen wollte. Was hätte er auch fotografieren sollen, wenn nicht klar ist, welchen Weg Friedrich Hölderlin genau genommen hat? Den Wanderer Knubben, der vor schießfreudigen Jägern auf der Sauhatz flieht, oder verwunschene Postkutschenwege, auf denen sich der einsame Dichter vielleicht bewegt hat? Getrieben von “Herzens- und Nahrungsnot”.

Die beiden Professoren, der eine für Fotografie, der zweite für Kulturwissenschaft, haben eine andere Sicht der Dinge gewählt. Unschärfe, als “Spiegelbild des Ungefähren”, wie Hils sagt, bewusst nicht dokumentarisch, um der Fantasie Raum zu geben. Sprich, der lichtbildnerische Amateur Knubben hat geknipst und der Profi am Computer gearbeitet. Herausgekommen sind Bilder von unscheinbarer Schönheit, die allerlei Gedankenspiele zulassen, was Hölderlin auf seiner verstörenden Winterreise wohl passiert sein könnte. Und sind wir nicht alle Wanderer, “fort durchs Leben, und fürchte nichts”?

Claudio Hils, 1962 in Mengen geboren, lebt und arbeitet dort als freier Autorenfotograf und Kommunikationsdesigner. Er ist Kurator zahlreicher Ausstellungen historischer und zeitgenössischer Fotografie und seit 2008 Professor für Fotografie an der Fachhochschule Vorarlberg, Österreich.

Thomas Knubben, 1960 in Rottweil geboren, lebt in Ravensburg und lehrt an der PH Ludwigsburg. Er studierte Geschichte, Germanistik und Empirische Kulturwissenschaft in Tübingen und Bordeaux. Seine Veröffentlichungen schlagen die Brücke zwischen Kulturgeschichte, Kulturmanagement und Kunst.

FAZ-130117


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