Tokyo Urban Space

In diesem Ausstellungskatalog wendet sich Claudio Hils japanischen Lebenswelten zu.
Menschen in der Architektur der zentralen Bankenviertel stehen im Mittelpunkt der Auswahl, aber auch die Stadtlandschaft der Kanäle und Parks, der Flüsse und des Hochstraßengewirrs. Gemeinsam ist den farbigen Lichtbildern und den Sujets die geradezu klinische Sauberkeit.

Claudio Hils versucht gar nicht erst, etwas mit seinen japanischen Fotografien zu erklären oder zu verstehen. Und er tut gut daran, in seiner europäischen Denkstruktur zu verharren. Wie kaum ein anderes Land verschließt sich Japan, bemüht man sich, einen Tiefgang zu erreichen. Er nimmt dieses wunderbare, freundliche und distanzierte Land als Fremder auf, der notiert, aber nicht wertet. Inmitten einer kleinen Kolonie von Fremden, die Blumen stecken, Kalligraphie treiben, Bogen schießen oder Aikido-Sportstätten frequentieren und dabei immer belächelt werden, bleibt er Beobachter. Vermutlich fällt er deshalb nicht als Fotograf auf. He‘s an alien, he‘s a real alien, könnte man im Sinne von Sting sagen, und deswegen ist Claudio Hils in Japan unsichtbar.

Ulrich Schneider, Direktor der Museen der Stadt Aachen
Oktober 1999


Tokyo_Urban_Space-Cover

Tokyo Urban Space

(Katalog Suermondt-Ludwig-Museum Aachen)

Suermondt-Ludwig-Museum

Aachen, 1999